Hilfe und Zukunft fuer Bam e.V.

Individuelle Hilfe f├╝r Kinder in Bam - Ein Compassion-Praktikum der etwas anderen Art
Marius Seitz, Klasse 11a

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- Reisevorbereitung "Kinder in Bam"

 

Start mit einem voll gepackten Auto
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Am 23. Dezember 2003 ereignete sich im S├╝den des Iran ein verheerendes Erdbeben. Das Epizentrum lag direkt in der bl├╝henden Oasenstadt Bam. Innerhalb von wenigen Sekunden wurde die Stadt fast vollst├Ąndig dem Erdboden gleichgemacht. Von den etwa hunderttausend Einwohnern kam nach offiziellen Angaben etwa ein Drittel, nach inoffiziellen Sch├Ątzungen nahezu die H├Ąlfte ums Leben. Jede Familie hatte Tote und Verletzte zu beklagen, und auch viele Kinder wurden zu Halbwaisen oder Waisen.

Etwa 7 Monate sp├Ąter unternahmen wir, das sind meine Eltern und ich, eine Reise in den Iran, in deren Verlauf wir auch in die Stadt Bam kamen. Dort fanden wir eine Tr├╝mmerw├╝ste vor, in der die Menschen mit ihren wenigen Habseligkeiten in Zelten und Containern lebten. Wir versuchten in der kurzen Zeit, die wir hatten, einen kleinen Hilfsbeitrag zu leisten und kauften f├╝r verschiedene Kinderg├Ąrten Wiegen sowie Saft und Geb├Ąck, da der Wunsch bestand, mit den Kindern einmal ein kleines Fest zu feiern. Schon auf der R├╝ckreise beschlossen wir, dass unsere Hilfe weitergehen sollte. Mit der spontanen Unterst├╝tzung von Freunden, Arbeitskollegen und Verwandten kamen Mittel f├╝r neue Projekte zusammen. Im Fr├╝hjahr 2005 wurde der gemeinn├╝tzige Verein ÔÇ×Hilfe und Zukunft f├╝r BamÔÇť gegr├╝ndet, der sich die weitere Unterst├╝tzung der betroffenen Menschen in Bam zur Aufgabe gemacht hat. So konnten im Laufe der Zeit mehrere Hilfsprojekte vor Ort durchgef├╝hrt werden, wobei die Unterst├╝tzung von Kinderg├Ąrten und besonders bed├╝rftigen Familien im Vordergrund stand. Im Sommer 2005 kauften wir einen gebrauchten Krankenwagen, da in Bam ein solcher dringend ben├Âtigt wurde und ├╝berf├╝hrten ihn, bepackt mit Hilfsg├╝tern, in die zerst├Ârte Oase.
In diesem Jahr stand eine neue Hilfsaktion an, bei der wiederum Hilfsg├╝ter nach Bam gebracht werden sollten.

bei der ├ťbergabe eines der Pakete
Zum Zoomen auf das Bild klickenbei der ├ťbergabe eines der Pakete

Die Konzeption des St. Raphael Gymnasiums sieht vor, dass jeder Sch├╝ler der 11. Jahrgangsstufe das sogenannte Compassion-Praktikum absolviert. F├╝r mich stellte sich dabei die Frage, ob die geplante Hilfsaktion nicht mit diesem Sozialpraktikum zu verbinden sei. Frau Oettinger, meine Klassenlehrerin, zeigte sich begeistert und brachte die Idee ein, Geschenkpakete von Kindern und Jugendlichen am St. Raphael f├╝r Kinder und Jugendliche in Bam zu packen. Daraus entwickelte sich ein konkretes Projekt, welches den Sch├╝lern des St. Raphael Gymnasiums eine aktive Beteiligung an der geplanten Hilfsaktion erm├Âglichen sollte.

Containerwohnung
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Ziel dieses gemeinsamen Projektes war die Unterst├╝tzung von besonders bed├╝rftigen Kindern und Jugendlichen, die durch das Erdbeben Vater und/oder Mutter verloren hatten. Dies sollte durch klassenweise gepackte, individuell auf bestimmte Familien bzw. Kinder zugeschnittene Hilfspakete erreicht werden. Den Sch├╝lern lagen dabei neben einer Liste an m├Âglichen und ben├Âtigten Dingen, Informationen ├╝ber den Namen, das Geschlecht, das Alter und den Bildungsstand der betroffenen Kinder sowie teilweise auch deren eigene W├╝nsche vor. Mit diesen Informationen stellten die Klassen jeweils ein Paket f├╝r eine Familie, erg├Ąnzt durch einen kurzen pers├Ânlichen Brief, zusammen.

├ťbergabe von Spenden und Briefen an eine Familie mit sieben Kindern
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Mit diesen 18 Paketen f├╝r 49 Kinder sowie zahlreichen weiteren Hilfsg├╝tern begannen wir, mein Vater und ich, am 10. Mai unsere vierw├Âchige Reise nach Bam. Die ca. 6500 km lange Strecke durch sieben L├Ąnder legten wir z├╝gig und ohne gr├Â├čere Zwischenf├Ąlle zur├╝ck, mit einem kurzen organisatorisch bedingten Aufenthalt in Teheran, wo weitere Hilfsg├╝ter, z.B. Haushaltsger├Ąte f├╝r die Familien, gekauft wurden.
In Bam angekommen, konnten wir, dank der guten Vorarbeit von Freunden, sogleich mit der Verteilung der Pakete beginnen. Mit Hilfe einer Ortskundigen suchten wie die betreffenden Familien auf und ├╝bergaben die Pakete pers├Ânlich. Dank einer Dolmetscherin konnten wir uns und unsere Absicht den Betroffenen vorstellen, Informationen ├╝ber den Inhalt der Pakete geben, Gebrauch und Handhabung einzelner Dinge erl├Ąutern und die beigef├╝gten Briefe der Klassen ├╝bersetzen lassen.
Die Reaktion der Kinder und Jugendlichen war ├╝beraus positiv, wenn auch etwas unterschiedlich. Die meisten waren sehr erfreut und konnten dies unmittelbar zeigen, andere waren dagegen eher zur├╝ckhaltend und etwas verlegen. Die positive Bilanz wurde unterstrichen von den zahlreichen Antwortbriefen, die wir erhalten haben. Wir hatten das Gef├╝hl am richtigen Ort das Richtige getan zu haben.


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In der verbleibenden Zeit vor Ort gelang es uns, weitere Projekte zu realisieren. Beispiele sind die Ausstattung eines Kindergartens, der Kindern aus besonders bed├╝rftigen Familien kostenlos zur Verf├╝gung steht, mit Au├čenspielger├Ąten und Wasserk├╝hlern oder die Versorgung von in Containern lebenden Querschnittsgel├Ąhmten mit Raumk├╝hlger├Ąten. Die Notwendigkeit dieser Ger├Ąte erkl├Ąrt sich von selbst, wenn man sich die Temperaturen, die in Bam herrschen, und die fehlende Mobilit├Ąt jener Menschen vor Augen f├╝hrt.

Nach vier erlebnisreichen Wochen kamen wir in doppeltem Sinne zufrieden und erleichtert wieder zu Hause an. Zum Einen konnten wir unsere Ziele weitestgehend erreichen und zum andern einige 100 kg Hilfsg├╝ter in Bam zur├╝cklassen. Unsere Reise war in sozialer aber auch kultureller und landschaftlicher Hinsicht ein mannigfaltiges Erlebnis. Wir danken allen Unterst├╝tzern, besonders den Sch├╝lern und Lehrern des St. Raphael Gymnasiums f├╝r ihr gro├čartiges Engagement.

Letzte Aktualisierung: 29. Aug 2019